MiA 2011 – Ein Rückblick

Am 8. März 2011, dem 100. Jahrestag des Internationalen Frauentages, wurden bereits zum vierten Mal in Folge im Studio 44 der Österreichischen Lotterien die MiA-Awards vergeben. Neben Bundespräsident Heinz Fischer, seiner Frau Margit Fischer, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Wissenschaftsministerin Beatrix Karl und Staatsekretärin Verena Remler konnten die Veranstalter u. a. Sylvester Levay, Konstanze Breitebner, Ramesh Nair, Lana Gordon, Brigitte Dujmic, Christine Kaufmann, Nora Frey und Sopranistin Alexandra Reinprecht begrüßen

 

Durch den Abend führte Arabella Kiesbauer in charmanter und einfühlsamer Weise. Im Talk mit Bundespräsident Dr. Heinz Fischer wünschte sich dieser die gleiche Offenheit und das Gefühl der Gleichwertigkeit, die er „hier in diesen Saal erlebt, auch für die 83.871,1 km² des Landes“.  

 

Die Preisträgerinnen erhielten die MiA – heuer von Irina Georgieva gestaltet – und ein Wochenende für zwei Personen im Relais und Chateux Hanner/Mayerling. Aber auch die nominierten Kandidatinnen gingen nicht mit leeren Händen nach Hause: Sie erhielten ein exklusives Dinner für zwei Personen bei Hanner, der alle Preise großzügig zur Verfügung stellte. 

Das Orchestre National de Vienne  (Initiator: Andreas Russ-Bovelino) ließ mit seiner Inszenierung des Songs „Safe from harm“ aufhorchen, das auf kurdisch, griechisch und türkisch gesungen wurde. „Schutz vor Verletzung“ war auch ein Thema, das von Maria Rösslhumer (Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser) und Joana A. Reiterer im Talk „Wa(h)re Frau“  mit Arabella diskutiert wurde.

Alexander Goebel überzeugte einmal mehr als brillianter Kabarettist und gab seine eigene Geschichte in einem „Piefke-Report“ zum Besten, der den Gästen viele Lacher entlockte und ihnen so manches vor Augen führte.

Mit Präsentation der MiA-CD „Nicht dort, nicht hier“ wurde allen MiAs, stellvertretend für alle Frauen, die in Österreich eine neue Heimat gefunden und hier Erfolgsgeschichte geschrieben haben, ein großes Dankeschön ausgesprochen. Sie sind es, die positive Kraft aus ihrer Multikulturalität schöpfen und uns bereichern.

Darauf zu hören ist der vom Erfolgsduo Sylvester Levay und Michael Kunze komponierte Song „Nicht dort, nicht hier“ sowie der von Michael Kunze extra für die MiA mit neuem Text adaptierte Hit „Ich gehör nur mir“ aus dem Erfolgsmusical Elisabeth.

 

„Nicht dort, nicht hier“ wurde vom MiA-Partner ORF, den Vereinigten Bühnen und den MG-SOUND-Studios großzügig unterstützt. Der MiA-Song mit dem gleichen Titel wurde auf der Gala in eindrucksvoller und berührender Weise von Maya Hakvoort und Sandra Pires für die Kandidatinnen 2011 gesungen.

 

Der Reinerlös des CD-Verkaufes kommt heuer LEFÖ – einen Verein zur Beratung, Bildung und Begleitung von Migrantinnen - zugute. Die CD ist über den ORF sowie das MiA-Office erhältlich. Die Veranstalter hoffen, dass die Lieder um die Welt gehen und helfen werden Brücken zu bauen.

 

Mit Spannung erwarteten die Gäste auch die Preisträgerinnen des Abends, die in den - wie letztes Jahr von Interspot GmbH unterstützten und von Ricki Merkl gestalteten - Kurzfilmen ihre ganz persönliche Lebensgeschichte erzählten.

 

 
Über die MiA konnten sich freuen:

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG

Univ.Ass. Mag. Dr. Ivona BRANDIC, Informatik (Bosnien-Herzegowina)

Mit 15 Jahren kam sie aufgrund des Kriegsausbruches nach Österreich, lernte im Alleingang Deutsch und studierte nach der Schule Wirtschaftsinformatik. Obwohl sie noch sehr jung ist, hat sie es bisher zu außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen gebracht. Nicht nur beruflich engagiert, zeigt sie darüber hinaus ein hohes außerberufliches Engagement: So organisiert sie Hardware Crashkurse von Frauen für Frauen mit dem Ziel, die Drop-out-Rate von Studentinnen in technischen und naturwissenschaftlichen Studienzweigen zu senken und betreut viele PhD Studenten aus unterschiedlichsten Ländern.

WIRTSCHAFT

Mag. Eva BURTSCHER, Eigentümerin der Firma Securo Zaunbau (Slowakei)   

Diese Preisträgerin hatte unglaublich große persönliche Hürden zu bewältigen. Sie kam wegen ihres Mannes nach Österreich und stand nach seinem plötzlichen Unfalltod mit ihren Kindern alleine da. In einer absoluten Männerdomäne krempelte sie die Ärmel auf, übernahm die Firma ihres Mannes, absolvierte die dafür erforderlichen Ausbildungen und rettete nicht nur die Firma, sondern führte sie bis zum heutigen Tag sehr erfolgreich weiter. Ihr Engagement für Kinder, die sie mit Kunstprojekten fördert, wurde nach dem Schicksalsschlag nur noch größer!

HUMANITÄRES & GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT 

DSA Azra MERDZAN, Flüchtlings- u. Familienberaterin (Bosnien-Herzegowina)

In diesem Bereich fiel heuer die Wahl auf jene Frau, die es schaffte, ihre eigenen schrecklichen Erlebnisse in Verständnis und Hilfe für andere umzuwandeln. Anfang 1992 musste sie aufgrund des Bosnien-Krieges nach Kroatien fliehen. Selbst noch in der Situation der Flucht und großer Unsicherheit begann sie damit, sich um andere Flüchtlinge zu kümmern. Heute begleitet sie nicht nur hauptberuflich im Verein Interface Flüchtlinge beim Neustart in Österreich. Die Mutter zweier erwachsener Kinder widmet auch ihre Freizeit der Beratung und Begleitung von Menschen, die durch Krieg traumatisiert sind.

KUNST UND KULTUR

Dipl.Ing. Arch. Dejana KABILJO, MAiDes., Designerin/Architektin (Kroatien)

Ihr Markenzeichen als Designerin und Architektin sind außergewöhnliche Objekte mit „schlechten Gewohnheiten, kleinen Fetischen und Obsessionen“. Sie sucht nach der Innovation auf der Ebene menschlichen Verhaltens und Möbel mit wirklich ungewöhnlichen Eigenschaften. Beispiele dafür sind PRETTYPRETTY der haarige Barhocker oder SCRIBOman ein Tisch, der zum Schreiben einlädt – ersterer steht heute im SLS Hotel in Beverly Hills, zweiterer wurde in die Sammlung des MAK, für Angewandte Kunst in Belgrad und in die Sammlung des Wienmuseums aufgenommen. Kabiljo wurde in Deutschland 2010 zur einflussreichsten Persönlichkeit im Design der letzten 5 Jahre gewählt und wurde letztes Jahr für den Zukunftspreis der Stadt Wien nominiert.

SPORT

Jia LIU, Tischtennis (China)

Sie hat bereits sehr jung ihre Heimat verlassen und errang zehn österreichische Einzelstaatsmeistertitel und zwölf Mannschaftsstaatsmeistertitel. In der Weltrangliste war der 9. Rang bisher ihre beste Platzierung. Neben ihren hohen sportlichen Leistungen unterstützt sie auch den jugendlichen Nachwuchssport. Mit der Veröffentlichung ihres Buches „Peking – Linz und zurück“ bringt sie uns allen auch ihre eigene Geschichte näher.

SONDERPREIS JOURNALISMUS

Sybille HAMANN, freiberufliche Journalisten, Autorin und Vortragende (Österreich)

Sie beschäftigt sich mit dem Thema Integration schon seit Jahren. In ihren Porträts und Reportagen hinterfragt Sybille Hamann Klischeebilder und schaut dorthin, wo sich das Leben wirklich abspielt, wo es Informationen aus erster, nicht aus zweiter Hand gibt.

 

Der stimmungsvolle Abend klang mit dem Orchestre National de Vienne stimmungsvoll aus.