Das war die MiA 2013

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wurde bereits zum sechsten Mal in Folge die MiA – eine Auszeichnung für Frauen mit internationalem Hintergrund – im Rahmen einer feierlichen Gala im Studio 44 der Österreichischen Lotterien verliehen. Ehrengast war Dr. Auma Obama, die Schwester des US-Präsidenten und Gründerin von SAUTI KUU in Kenia.

Dr. Auma Obama reiste bereits am Vorabend der MiA an und besuchte gemeinsam mit Gastgeberin und MiA-Initiatorin Abg.z.NR Christine Marek eine Vorstellung des Musicals Elisabeth.

Nach der Vorstellung freute sich das Ensemble über einen Backstagebesuch und persönliches Kennenlernen.

Unmittelbar vor der Gala lud der deutsche Botschafter Detlev Rünger anlässlich der MiA und Dr. Obamas Besuch zu einem Empfang, zu dem Partner, Sponsoren und vor allem die Kandidatinnen der MiA eingeladen waren.

Nach seiner Begrüßung und einleitenden Worten von Abg.z.NR Christine Marek sprach Dr. Auma Obama über ihre Anliegen und insbesondere ihr Ziel, Kinder und Jugendliche auf dem Weg der Eigenständigkeit mit ihrer Stiftung SAUTI KUU zu unterstützen. 

 

Die Gala

Gut gelaunt wurden alle Damen mit Taxishuttles ins Studio gebracht, gerade rechtzeitig um die bereits im Studio 44 eingetroffenen Gäste zu begrüßen. Eine halbe Stunde vor Beginn traf auch Dr. Obama im Studio ein und gab so Gästen und Presse vor Ort damit auch Gelegenheit zum Kennenlernen vor der Gala.

Im Rahmen der gut besuchten Gala selbst zeigte sich einmal mehr, wie prominent das Thema der MiA ist und wie sehr diese Frauen begeistern: Neben Staatssekretär Sebastian Kurz, der nicht nur als Gast anwesend war, sondern mittlerweile auch ein großer Förderer der MiA ist und im Gespräch mit Arabella Kiesbauer über seine Initiativen sprach, zählten u.a. Dompfarrer Toni Faber, Erhard Busek, Kurt Mann, Georg Kraft-Kinz, Ali Rahimi, Werner Fasslabend, Claudia Bandion-Ortner, Vera Russwurm, Yvonne Rueff, Ciro de Luca, Nhut La Hong, Nora Frey, Brigitte Neumeister, Edith Leyrer  und viele andere zu den Besucher/innen.

Arabella Kiesbauer, die von der MiA von Anfang an begeistert war, führte auch heuer wieder souverän und mit Gefühl durch den Abend.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Timna Brauer & Elias Meiri mit Flieg Taube - Sei Yona untermalt, Maya Hakvoort sang Gold aus dem hierzulande leider noch sehr unbekannten Musical Camille Claudel und Ramesh Nair eine Ode an die freie Frau The Lady is a Tramp, beeindruckend war nicht nur der Gesang, sondern auch die Tanzeinlagen, die er zum Besten gab. Mit dem wunderschönen Duett With you I´m born again von Maya Hakvoort & Ramesh Nair klang die Gala aus.

Staatssekretär Sebastian Kurz sprach im Talk mit Arabella über seine Vorhaben und das Projekt Zusammen Österreich, zu dem er auch die Damen der MiA einlud.

Die Preise wurden den sichtlich gerührten Frauen übergeben: Elena Kartaschova (Wissenschaft) betreibt wissenschaftliche Mathematik auf höchstem Niveau und versuchte dem Publikum die Faszination der Wellenberechnung näher zu bringen. Diana Radulovski, die mit 13 Jahren von zu Hause auszog um sich und ihre Familie einmal ernähren zu können, sieht sich als eine von vielen und will zeigen, dass es wirklich jeder schaffen kann. Die Ungarin Katalin Zanin, Gründerin des Vereins  „Ich bin OK“, bekam den Preis für „Humanitäres & Gesellschaftliches Engagement“ von Dr. Auma Obama überreicht.  Sie selbst hätte wenn es nach ihrem Vater gegangen wäre - die Königin von Ungarn werden sollen, sie wurde dann aber die Hausmeisterin vom Mexikoplatz und fing in Österreich bei Null an. Heute gilt sie als Pionierin in der Unterstützung und Enttabuisierung für Menschen mit Behinderungen. Auch Özlem Bulut (Kunst&Kultur) und Henriett Koosz (Sport) freuten sich über die MiA. Letztere kam gerade von den Qualifikationsspielen für die Weltmeisterschaften in Rollstuhltennis aus der Türkei zurück, die sie mit ihrem Team leider verlor, aber, so sagt sie mit Tränen in den Augen: Dieser Preis ist für mich mindestens genauso viel wert wie eine Qualifikation, ich freue mich sehr darüber, danke! Auch Laila Daneshmandi, die Preisträgerin 2013 für Journalismus nahm den Preis strahlend von Clara Akinyosoye entgegen.

Auch heuer wurden wieder Kurzfilme der Kandidatinnen gezeigt, die von Interspot gesponsert und in ihren Studios gedreht wurden. Die Gestalterin und Regisseurin der Filme ist Ricki Merkl, der es wieder in sehr einfühlsamer Art gelang, die Porträts der Kandidatinnen wiederzugeben. Klicken Sie auf das Bild, um auf das Video auf Youtube anzusehen:

Diana Radulovski
Elena Kartaschova
Katalin Zanin
Özlem Bulut
Henriett Koosz

Dr. Obama war tief beeindruckt von den Lebensgeschichten und Leistungen der nominierten Frauen, sowie von den tollen Darsteller/innen und der Musik. 

In einem Talk mit Sylvia Margret Steinitz (WIENERIN) sprach sie über ihre Anliegen und ihre Sicht der Integration und Entwicklungshilfe, dabei bezog sie sich unter anderem auf das afrikanische Sprichwort: Wenn ein Mensch Hunger hat, so gib ihm keinen Fisch, sondern lehre ihn das Angeln, wobei sie in ihrer Arbeit noch einen Schritt weiter geht:

Bevor ich einen Menschen das Angeln lehre, würde ich ihn fragen, ob er überhaupt Fisch isst. Ich würde ihn fragen, was er denkt, wie er seinen Hunger am besten stillen kann. Vielleicht hat er eine bessere Idee als zu fischen und weiß nur nicht, wie er diese umsetzen kann. Gemeinsam suchen wir dann nach einer Lösung, kommunizieren auf diese Weise auf Augenhöhe und lernen voneinander. So arbeitet Sauti Kuu. 

Die Preisträgerinnen des Vorjahres nützten die Chance und vergaben ebenfalls einen Preis - dem Projekt Nachbarinnen in Wien, das über die Internet-Plattform www.respekt.net finanziert wird.

Maria Baumgartner (respekt) und Renate Schnee übernahmen die Trophy mit großer Freude von  Jaleh Lackner-Gohari und Güldane Altan; gestaltet wurde sie von Eva Burtscher (MiA 2011 Wirtschaft) und zeigt einen kleinen Ausschnitt aus ihrer kreativen Zaunkollektion.

 

Die MiA 2013 ging an:

ELENA KARTASCHOVA (RUSSLAND) in Wissenschaft & Forschung
(Kategoriepate: FFG/Sponsor: Infineon)

Eine Mathematikerin mit Leidenschaft! In Russland versucht sie Mann und Kind durchzubringen, verdient trotz hoch angesehener Stellung als Wissenschafterin weit weniger als in der Privatwirtschaft. Obwohl es nicht reicht, schafft sie es trotzdem ihren Traum zu verwirklichen und entwickelt unter anderem eine Methode starke Wellen vorauszusagen bzw. zu berechnen, ohne sich dabei auf die Statistik verlassen zu müssen.

DIANA RADULOVSKI (BULGARIEN) in Wirtschaft
(Pate: FiW/Sponsor: Kurt Mann Konditorei & Bäckerei)

Trotz schwierigster Rahmenbedingungen geht die Unternehmerin ihren Weg, gründete mit ihrem Mann das größte Versicherungsvergleichsportal Österreichs  www.versichern24.at und unterstützt heute Jugendliche mit Stipendien .

KATALIN ZANIN (UNGARN) in Humanitärem & Gesellschaftlichem Engagement (Pate: Caritas und Österreichisches Rotes Kreuz/Sponsor: Österreichische Lotterien)

Sie ist die legendäre Gründerin des Vereins "Ich bin O.K.", für den sie sich schon ein ganzes Leben lang engagiert und der auf eine höhere Akzeptanz von Menschen mit Behinderungen abzielt. Unter Ioan Holender gelingt ihr 1997 eine bahnbrechende Kooperation mit der Wiener Staatsoper: das „off ballet special“. Am 19. November 2000 hat die Tanzgruppe ihre erste Vorstellung in der Wiener Staatsoper und durfte im Februar 2001 sogar den Opernball eröffnen.

ÖZLEM BULUT (TÜRKEI) in Kunst & Kultur
(Pate: ORF/Sponsor: Generali Versicherungs AG)

Die in der Osttürkei geborene Sängerin und Preisträgerin des Austrian Music Awards ist sehr vielseitig - von Klassik bis Ethno hin zum Jazz singt sie und komponiert Eigenes.

Beim Volksopernchor beschäftigt, gründete sie eine eigene Jazz-Ethno Gruppe mit der sie Konzerte in aller Welt gibt.  Özlem engagiert sich mit ihrer Musik für Menschenrechte, Frauen und Minderheiten und sang bereits auf zahlreichen Benefizkonzerten für den guten Zweck.

HENRIETT KOÓSZ (UNGARN) in Sport
(Pate: BSO)

Die gebürtige Ungarin ist seit ihrem Autounfall im Alter von 17 Jahren auf ihren Rollstuhl angewiesen und hat ihre Liebe zum Rollstuhltennis entdeckt: Seit 2 Jahren konzentriert sie sich ausschließlich auf den Sport und spielt mittlerweile 15 Turniere im Jahr weltweit. 2012 nimmt sie als einzige Frau aus Österreich im Rollstuhltennis an den Paralympics in London teil, ihre sportlichen Erfolge sind großartig: u.a. Österreichische Staatsmeisterin im Einzel 2010, im Doppel 2009, 2011, Silber 2012 und Bronze 2011 bei Mannschaftsmeisterschaften, Finale im Einzel in Israel-, Czech und Slovakia Open, Sion-Indoor 2011 und vieles mehr. Am 2.3.2013 Teilnahme an der Qualifikation für die kommenden Weltmeisterschaften.

LAILA DANESHMANDI (KURIER) für den Sonderpreis Journalismus

Clara Akinyosoye, die Preisträgerin des Vorjahres, übergab den heurigen Preis an Laila Daneshmandi: Das besondere an ihrer Berichterstattung ist die  große Sensibilität mit der sie an das Thema Integration herangeht und die hohe journalistische Qualität ihrer Berichte. Obwohl der Bereich Integration eigentlich nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, schafft sie es immer wieder, das Thema selbstverständlich in ihre Artikel einzuarbeiten, was oft schwieriger ist, als direkt darüber zu schreiben. Sie hat die Wichtigkeit erkannt, dort, wo man nicht bewusst das Thema Integration erwartet, es dennoch präsent zu machen. Sie ist stimmig und authentisch und berichtet ernsthaft - eine solide, „g‘standene“ Journalistin. 
 

ANERKENNUNGSPREIS DER MIAS

an NACHBARINNEN IN WIEN - respekt.net

Den Anerkennungspreis der MiA-Preisträgerinnen des Vorjahres erhielt das Nachbarinnenprojekt: Durch ihr Lernhilfeangebot ermöglichen sie Kindern migrantischer Familien die Schule erfolgreich abzuschließen. sie bringen das Angebot in jene Wohngebiete, wo Zuwandererfamilien zurückgezogen wohnen. Nach einer Ausbildung von 300 Stunden in den Themen Gesundheit, Erziehung, Bildung, Soziales und Kommunikation wurden bereits 8 migrantische Frauen beim Verein Nachbarinnen in Wien angestellt, um zurückgezogen lebende Familien in Wien aufzusuchen. Den Familien wird Hilfestellungen angeboten in den Bereichen, die durch die Ausbildung vermittelt wurden. Den Kindern soll geholfen werden, die Schule erfolgreich abzuschließen, um eine Basis für einen Berufseinstieg zu sichern.

WIR GRATULIEREN ALLEN KANDIDATINNEN DER MIA 2013!!!

Am Ende der Veranstaltung wurden die Kandidatinnen der MiA 2013 mit einem riesengroßen Applaus und weißem Konfettiregen von einem begeisterten Publikum gefeiert.

Die Gäste konnten sich über ein reichhaltiges Buffet vor und nach dem Programm freuen. Nach Ende der Veranstaltung konnten wir die Gruft mit ausgezeichnetem Essen beliefern.