Dipl.Ing. Neslihan TURAN-BERGER

STADTERNEUERUNGS- UND INTEGRATIONSEXPERTIN| GEBOREN IN ANKARA (TÜRKEI) | IN ÖSTERREICH SEIT 1989


Beruf & Leben

Nach ihrem Uni-Abschluss mit dem Bachelor in Stadt- und Raumplanung an der Middle East Technical University/Ankara in englischer Sprache, kommt Frau Turan-Berger 1989 ohne Deutschkenntnisse nach Wien, um hier weiter zu studieren. 4 Jahre später erlangt sie den Titel Diplomingenieurin für Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien, wo sie das Doktoratstudium zum Thema „Städtebauliche Lösungsansätze zur Integration von ethnischen Minderheiten in Wien“ anschließt (noch nicht fertig). Danach nimmt sie ein Jahr an einem Internationalen Studentenaustauschprogramm der TU Wien und Michigan State University (USA) teil und absolviert den Lehrgang „Interkulturelles Konfliktmanagement“ des Integrationsfonds/BMI.

Während und nach dem Studium arbeitet sie bei einigen Projekten in den Bereichen Wohnen, Integration sowie als Assistentin an der TU im Rahmen der Forschungsprojekte „Türken in Wien“ und „Leben in Wien“ mit. Seit 1995 ist sie Angestellte des wohnfonds_wien, zuerst Gruppe Blocksanierung, Gruppe Koordination und Entwicklung und aktuell in der Unternehmens-kommunikation. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit war sie dort von 2011 bis 2015 auch Betriebsrätin. Im Zuge ihres Doktoratstudiums hat sie die Projektidee zum Wohnmodell Inter-Ethnischer Nachbarschaft W.I.E.N. und arbeitet an der Entwicklung bis zur Umsetzung und Besiedelung der Anlage mit. Es ist das Siegerprojekt des Bauträgerwettbewerbes 1997 und erhält den Wiener Wohnbaupreis 2009. Während ihrer Karenzzeit arbeitet sie am EU-EQUAL-Projekt „karenz und karriere“ mit.

Weiters war sie in einigen Gremien der Stadt Wien mit den Schwerpunkten „Stadterneuerung, Stadtentwicklung und auch Migration und Integration“ tätig, war Mitglied der Wiener Zuwanderungskommission, hält und verfolgt diverse Fachvorträge zum Thema „Wohnen, Stadterneuerung und Diversität“ auf nationaler und internationaler Ebene.

Außerberufliches Engagement

  • Gründungsmitglied des Vereins ÖTZ – Österreichisch Türkische Zusammenarbeit 
  • Initiatorin von schulpartnerschaftlichen Projekten: Partizipative Schulhofgestaltungen (OVS Zeltgasse und RG/ WRG Feldgasse), Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen in Kooperation mit Akademie „Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen“ und Arbeiterkammer Wien
  • Diverse Funktionen als Elternvertreterin in Schulen und im Stadtschulratskollegium sowie im  Landesverband der Elternvereine Wien der öffentlichen Pflichtschulen,
  • Mitbegründerin und Obfrau der Kinder- und Elternplattform  GRÜNSCHNABEL WIEN. 
  • Vereinstätigkeiten in Bereichen „Bildung, Frauen, Menschenrechts- und Diversitätspolitik“

ENGAGEMENT ALS MIA-FRAU

  • Mitorganisatorin des GEZI-Konzerts der MIA Frauen: Pianistinnen Ferhan und Ferzan Önder gemeinsam mit Starkomponist: Fazil Say (inklusive Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit Journalist/innen zum Thema – Reportage von MIA-Frau Aysun Bayizitlioglu-Kücet)
  • Teilnahme an Speed-Datings in CareerFAiRs
  • Teilnahme an der Podiumsdiskussion zum Thema: Gewaltfreie Kommunikation (MIA + Rotes Kreuz)
  • Teilnahme an der Podiumsdiskussion zum Thema: Perspektivenwechsel - Migrantin sein in Österreich: mit Margit Fischer, Christine Marek und MIA-Frauen: Shams Asadi, Gabrielle Costigan, Diana Medanova und Umyma Eljelede (MIA + Österreichischer Frauenrat)

Integrationshürden/-überwindung

  • Sie lernt innerhalb von 5 Monaten die Deutsche Sprache, muss aber feststellen, dass sie zusätzlich einen Dialektkurs braucht um die Professoren an der Uni und die Umgangssprache zu verstehen.
  • Obwohl sie auch in Österreich einen Uni-Abschluss hat, macht sie vor allem mit Behörden die Erfahrung, dass ihr akademischer Titel nicht anerkannt wird.
  • Auf einem Versicherungsformular wird ihre Berufsbezeichnung Raumplanerin in Raumpflegerin korrigiert! 
  • Bei der Staatsbürgerschaftsverleihung rät man ihr, ihren „komplizierten“ Vornamen auf Natascha (in Teilen der Türkei ein Synonym für Prostituierte) zu ändern bzw. vereinfachen. 
  • Im Zusammenhang mit dem Siegerprojekt „WIEN – Wohnmodell interethnischer Nachbarschaft“, das sie initiiert hat, gelang es ihr es erst vor kurzem offiziell erwähnt und anerkannt zu werden.

All die Erfahrungen, die ich mit „Alltagsrassismus“ und „Vorurteilen“ erlebt habe, haben dazu geführt, dass ich erstens noch mehr Motivation bekommen habe, meine Sprache zu perfektionieren, mich mit den österreichischen „Gepflogenheiten“ beschäftige und zweitens mich für die „Schwächeren“ einsetze.

Seitdem ich Kinder habe, setze ich mich noch vehementer für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben ein. Mir liegen insbesondere die Themenbereiche: Bildung, Menschenrechte, Kinderrechte, Frauenrechte, Diversität und Antirassismus am Herzen.