Prof. Dr. Katalin ZANIN

Pädagogin / Gründerin „Ich bin O.K.” | Geboren in Budapest (Ungarn) | In Österreich seit 21.11.1971


Beruf & Leben

Katalin Zanin besuchte in ihrer Heimat eine musisch-pädagogische AHS mit dem Maturaschwerpunkt: Tanz, Theater in Budapest und studierte daran anschließend Konduktive Pädagogik nach Petö auf der Universität in Budapest.

Als sie nach Wien heiratete, studierte sie neben ihrer Arbeit am Rosenhügel (Heilpädagogik) weiter, zunächst Psychologie (10 Jahre), daran anschließend Theaterwissenschaften (13 Jahre), beides an der Universität Wien und absolvierte parallel dazu den Lehrgang Kulturmanagement. Beruflich wechselte sie zum Institut Keil (Bewegungspädagogik), wo sie insgesamt 24 Jahre blieb.

In dieser Zeit gründete sie auch den Verein „Ich bin O.K.“ (1979), bei dem sie sich 25 Jahre lang ehrenamtlich engagierte. Von 1990 - 1995 fungierte sie als Geschäftsführerin der „Aktion Mensch“ für die Industriellen Vereinigung. Diese durch die Regierungsbildung auf 4 Jahre befristete Bewusstseinskampagne zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen hatte in Österreich einen sehr großen Erfolg. Die Zusammenarbeit mit dem ORF, der Werbespot GGK, „Das Plakat“ und „Licht ins Dunkel“ wurde im Jahr 1993 als der beste Werbespot Österreichs ausgezeichnet. 160 Aktionen haben die Kampagne begleitet, in den Bereichen Wirtschaft, Kunst und Bildung; von UNO bis Rabenhof haben sichtbare Veränderungen in der Behindertenpolitik stattgefunden – „Der Anfang ist gemacht“.

1997 gelang ihr eine bahnbrechende auf 8 Jahre angelegte Kooperation mit der Wiener Staatsoper (Dir. Ioan Holender; Dir. Renato Zanella) und zeigte einer großen Öffentlichkeit was die Menschen, für die sie sich so einsetzt, können: das „off ballet special“. Am 19. November 2000 hatte die Tanzgruppe ihre erste Vorstellung in der Wiener Staatsoper und durfte im Februar 2001 den Opernball eröffnen.

Von 2003 - 2009 übernahm Katalin Zanin die Leitung des Kultur- und Bildungsvereins „Ich bin O.K.“ in Anstellung durch das BM für Soziales – Kunst – Kultur – Behinderung – Wirtschaft und ging schließlich 2009 in Pension, was sie nicht davon abhielt, sich weiter zu engagieren, so ist sie als Integrationsbotschafterin aktiv bzw. Ehrenpräsidentin des Vereins „Ich bin O.K.“ Über ihre zahlreichen Projekte finden Sie im Anhang eine Auflistung.

Preise/Ehrungen

1992, Wien: Verleihung des Römers, eine Auszeichnung für besondere Verdienste um behinderte Menschen.
2003: 1. Platz in Kategorie Kunst, Kultur und Medien, ausgezeichnet vom Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz.
2004: Verleihung des Berufstitels „Professorin“ vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft.
2006: Verleihung des GLOBArt Innovation Award. Mit dem GLOBArt Award wird das Lebenswerk von Personen ausgezeichnet, die Visionen in Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft verwirklichen.
2008: Verleihung „Flamme des Friedens“ vom Verein zur Förderung des Friedens.
2012: Down – Syndrom Award 2012

Außerberufliches Engagement

Ich bin O.K.: Vor 30 Jahren hat Katalin Zanin – von vielen belächelt – als Visionärin ihre Utopie eines lebenswerten Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung in Angriff genommen und verwirklicht. Ohne nur Mitleid zu heischen ist es ihr gelungen, Menschen mit Behinderung gleichwertig – mit dem gleichen Anspruch an Bildung – neben Menschen ohne Behinderung zu stellen, so dass es beiden möglich ist, überzeugt zu behaupten, „ich bin ok“ und damit selbstbewusst und selbstbestimmt im Leben stehen zu können. Die 45. Eröffnung des Opernballs mit der Ballettgruppe war eine weltweite Sichtbarmachung dieser Entwicklung und die Auszeichnung durch GlobART als Human Projekt eine ehrende Anerkennung dieser immensen Leistung. Die Gesellschaft wird dafür sensibilisiert, dass Menschen mit Behinderung durch Bildung Lebensqualität gewinnen und damit wiederum ein Gewinn für die Gesellschaft als Ganzes sind. 2009 hat die „Grand Dame“ ihr Lebenswerk an die zweite Generation übergeben. (Club Alpha)
Engagement für Integration/Frauen/Gleichstellung/Soziales/etc.) in Österreich
Seit 1988 Club Alpha (Frauen für die Zukunft)
Seit 2005 GlobART (Preisträgerin 2006)
Seit 2000 AFAPA (Sportwissenschaft Universität Wien)
Collegium Hungaricum
Seit 2005 Bécsi Napló (Literaturforum)
Integrationshürden/-überwindung
Zunächst keine Sprachkenntnisse/Ausbildung wurde nicht anerkannt

Leitsatz:

„Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ (Goethe)


„Ich hätte nach meinem Vater Königin von Ungarn werden sollen, doch gelandet bin ich am Mexikoplatz in Wien, als Hausbesorgerin. Mir war klar, dass ich mich anpassen musste, um in einem neuen Land voranzukommen. Diese Herausforderung habe ich mit Leidenschaft angenommen. Dabei spielte Vielfalt in meiner Karriere immer eine große Rolle, ob als Küchenhilfe, Wäscherin, Kosmetikerin, Psychologin, Theaterwissenschaftlerin oder Tanzpädagogin – ich habe viele Menschen kennen gelernt und dadurch in den unterschiedlichsten Bereichen Erfahrungen sammeln können. Als Pionierin und Visionärin habe ich vor gut dreißig Jahren einen Kultur- und Bildungsverein für Menschen mit und ohne Behinderung trotz meinem Status als Immigrantin aufgebaut. Über diese Erfahrungen würde ich gerne in Schulen, Instituten, Firmen, etc. sprechen, um sichtbar zu machen, dass es auch ein Vorteil sein kann, in einem Land am Anfang ein NIEMAND zu sein.