Mag. Laila DANESHMANDI

Journalistin/Redakteurin des Kurier | Geboren in Wien (Österreich)


Beruf & Leben

Sie wurde als Kind iranischer Eltern in Wien geboren und ging hier auch zur Schule. Kurz vor der Matura übersiedelte sie mit ihren Eltern nach Neuseeland, wo sie ihre Schulbildung an der Burnside High School in Christchurch beendete. Während ihre Eltern in Neuseeland blieben, ging sie nach Österreich zurück und studierte an der Universität Wien Publizistik und Kommunikationswissenschaften (Fächerkombination: Soziologie, Kunstgeschichte, Diplomarbeitsthema: Im Angesicht des Todes – Die visuelle Darstellung des Todes in österreichischen Printmedien). Ihr Studium schloss sie nach 5 Jahren erfolgreich ab.

Da sie alleine in Österreich war, musste sie früh lernen für sich selbst zu sorgen, so begann sie parallel zum Studium als Journalistin und Fotografin zu arbeiten. Ihre ersten Sporen verdiente sie sich bei wienweb.at bzw. W24, wo sie schon viel Erfahrung im Journalismus sammeln konnte. Nach dem Studium ging sie dann zur Tageszeitung Österreich, die gerade im Entstehen war – für sie eine harte Schule des Boulevard-Journalismus – doch sie legte stets großen Wert darauf, auf Klischees zu verzichten und Respekt gegenüber Minderheiten aufrecht zu erhalten: Gerade im Boulevard war es mir wichtig darauf zu achten, keine Klischees wie „die afrikanischen Drogendealer“ oder „die tschetschenischen Räuberbanden“ zu verwenden und so gut es ging, ein Bewusstsein dafür zu schaffen. …es hat meiner Meinung nach großen Einfluss auf unser Denken: Wer ständig Berichte über afrikanische Drogendealer liest, fängt an, in jedem dunkelhäutigen Menschen einen Drogendealer zu sehen. Mein Ziel war es also, das Bild dunkelhäutig = Drogendealer von einander zu entkoppeln und durch andere Assoziationen zu ersetzen (wie z.B. mit Hilfe von positiven Integrationsberichten).

Nach diesen Erfahrungen zog es sie zum Kurier, wo sie sich in der Chronikberichter-stattung bemühte, neben den oben genannten Zielen, den Fokus auf Menschlichkeit zu bringen und Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sonst oft vergessen oder weggeschoben werden. Nach drei Jahren in der Chronik wechselte sie innerhalb des Kurier ins Gesundheit und Leben Ressort, wo sie sich heute noch neben aktuellen Medizin- und Fitness-Themen mit Vorliebe Berichten, in denen es um Menschlichkeit und Miteinander geht, widmet.

Außerberufliches Engagement

Es bereitet ihr die höchste Freude, wenn sie im Rahmen ihrer Arbeit schaffe, anderen Menschen zu helfen oder mithilfe ihrer Schicksale das Bewusstsein für das schwierige Leben anderer zu erhöhen.

  • So arbeitet sie schon lange Zeit eng mit der Caritas Wien zusammen, die sich vertrauensvoll mit heiklen Themen, die viel Einfühlungsvermögen benötigen (z.B. Hospiz, Integration, Asyl) an sie wendet.
  • Es freut sie auch jedes Jahr zu Weihnachten einen Bericht mit der Stiftung Kindertraum zu erarbeiten. Mit einem solchen Bericht wurden in einem Jahr sogar rund 40.000 Euro gespendet. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk als jemandem mit einem Artikel so helfen zu können, gibt es für sie nicht.
Integrationshürden/-überwindung

»Ich hatte das große Glück, mich stets voll integriert zu fühlen – obwohl ich einen Migrationshintergrund habe. Erste sprachliche Hürden im Kindergarten waren schnell überwunden. Von da an habe ich mich in Österreich nie fremd gefühlt. Erst später im Berufsleben neigen manche Gruppen dazu, einen in Schubladen stecken zu wollen – dagegen habe ich mich jedoch stets gewehrt oder es mit Humor genommen. Mag sein, dass ich einen Migrationshintergrund habe, aber ich fühle mich als vollwertige Österreicherin und so werde ich in der Regel auch in meinem Umfeld behandelt. Das Einzige, das meinen Migrationshintergrund verdeutlicht, ist wohl mein etwas komplizierter Name – ich schätze, ich muss ihn im Rahmen meines Berufes mindestens 10 Mal am Tag buchstabieren. Doch mit der Eselsbrücke „damisches Mandi“ bleibt man auch ganz gut in den Köpfen der Österreicher hängen.

Ich denke unser aller Leben wäre viel einfacher, würden wir weniger über Integration reden, sondern sie einfach mehr leben. Ich bin sehr glücklich, dass in meinem Umfeld niemand darüber nachdenkt, wer woher kommt oder welcher Abstammung ist – und wenn, dann aus Neugier auf andere Kulturen, ihre Lebensweise oder ihre Ansichten. Ich habe auch immer versucht dieses Prinzip in meiner täglichen Arbeit vorzuleben. Gelebte Integration ist meiner Meinung nach daher der einzige Weg zu einem glücklichen Miteinander.«