Dr. techn. Hongying FOSCHT

GF/Inhaberin EUROSINA Consulting&Trading und GF bei Fa. Binder&Co. Machinery Tianjin Ltd. | Geboren in Peking (China) | In Österreich seit 1987


Foscht

Beruf & Leben

Während ihres Technologiestudiums an der Bejing Universität of Technologies, arbeitete sie im Office der Universität für Telekommunikation und Nachrichtentechnik in Bejing, danach wechselte sie in den Import- und Exportbereich mit medizinischen Geräten für das chinesische Gesundheitsministerium und machte ihren Bachelor-Abschluss. Nach 2-jähriger Tätigkeit als IT-Managerin im EDV-Zentrum der Sprachuni Bejing, kam sie 1986 auf eigene Initiative und Kosten nach Österreich um weiter zu studieren (das ihr angebotene Auslandsstipendium lehnt sie ab, weil sie sich an nichts und niemanden binden will). Neben dem Studium unterrichtet sie Chinesisch.

Aus meinem Plan, nach ein paar Jahren wieder zurück nach China zu gehen, wurde nichts – Österreich wurde zu meiner zweiten Heimat.

Sie studierte an der TU Graz "Informatik", schloss das Doktoratstudium an der Karl Franzens Universität und an der TU an und belegte ein executive post-graduate Studium der Betriebswirtschaft für Export und Internationales Management, das sie mit dem Titel "akademische Exportkauffrau" abschloss. Parallel dazu war sie immer berufstätig: begann als Researcher und Projektmanagerin für die ESA am Joanneum in Graz und wurde 7 Jahre später Senior Managerin für Marketing und Sales und Commercial Managerin in der Andritz AG, Graz. In dieser Funktion beriet und unterstützte sie das mittlere Management in Hinblick auf Geschäfte mit China bzw. den Aufbau eines Repräsentantenbüros, führte selbständige kaufmännische Aktivitäten in China und interkulturelle Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiter/innen in der Andritz AG durch.

2003 baut sie ihre eigene Firma Eurosina Consulting & Trading in Soeding/Graz auf, deren Schwerpunkt auf Markterfolge in China ausgerichtet ist und deren Geschäftsführerin und Inhaberin sie bis heute ist. Von 2006 bis 2009 ist sie außerdem Geschäftsführerin und Repräsentantin der Sattler Ltd./China mit Firmengründung und Aufbau in Foshan und hält in ihrer Funktion als Senior Lektorin Vorträge an der Karl-Franzens-Universität Graz, an der Donau Universität Krems und an der FH bfi Wien.

Seit 2013 ist sie darüber hinaus auch Geschäftsführerin von Binder&Co. Machinery Tianjin Ltd., P.R. (China).

Zu ihren Referenzen zählt sie u.a. Andritz, GAW-Gruppe, Knill-Group, Lohmann&Rauscher, Rosendahl, Sattler, Siemens, Swarovski, Trodat, WK Wien.

Außerberufliches Engagement
  • 2006 Teilnahme "Women talk Business" zum Thema "Frauen, geht in den Osten!"
  • 2012 Unterstützung des Buchprojektes "Ein Regenbogen kennt kein Heimweh. Lebensentwürfe chinesischer Frauen" von Luise Kloos und Daniela Unger-Ullmann.
Integrationshürden/-überwindung

Weder auf zwischenmenschlicher noch auf beruflicher Ebene war sie aufgrund ihrer Herkunft mit Problemen konfrontiert. Die einzigen tatsächlichen Hürden zeigten sich bei der Wohnungssuche. Die Aussage "An Ausländer wird nicht vermietet" hat sie oft gehört.

Mein Grundsatz war immer, die Menschen und das Land so zu nehmen, wie sie sind und mich in diesem Rahmen zu bewegen. Ich habe mich nicht nur entschieden in Österreich zu leben, sondern auch dazu, in der Industrie Karriere zu machen, die nach wie vor in Männerhand ist. In der Industrie muss man schon als Frau deutlich mehr leisten, um akzeptiert zu werden. Ist man dann auch noch eine Ausländerin und noch dazu eine aus einem Entwicklungs- und nicht eine aus einem angesehenen Industrieland, muss man noch mehr leisten, um letztendlich einmal die gleiche Anerkennung zu erhalten. Ich musste also oft das berühmte „bisschen mehr“ tun, um mein fachliches Wissen und Können unter Beweis zu stellen. Ich habe das aber nie als Problem, sondern als Herausforderung gesehen.

Meine interkulturellen Kompetenzen haben nicht nur dazu beigetragen, Konflikten auf zwischenmenschlicher Ebene entgegenzusteuern, sie haben mich auch in beruflicher Hinsicht weiter gebracht. Am Ende standen dann letztendlich Respekt und Ankerkennung für meine Leistungen.

Persönlich habe ich mich immer als Brückenbauerin gesehen, die z.B. Brücken zwischen China und Österreich, zwischen Technik und Wirtschaft oder zwischen (kaufmännischem) Management und (technischer) Produktion baut.