Dr. Anna Maria MAYER

Sportlehrerin, Leichtathletik Trainerin Union Raika Lienz /Übungsleiterin ASVÖ Tirol | Geboren in Szczecin (Polen) | In Österreich seit 2005


Beruf & Leben

Anna Maria Mayer (polnischer Familienname Szymul) wurde mit nur einer Hand geboren. Sie maturierte 1997 am Sportgymnasium in Posen/Polen und studierte Sport.

Im polnischen Nationalkader war sie als Sprinterin aktiv und gewann olympische Medaillen in Sydney 2000 und in Athen 2004. Insgesamt nahm sie an fünfmal an den Paralympics teil genommen (Atlanta, Sydney, Athen, Peking und an den Winterspielen in Vancouver).

 
Anna Mayer im Interview:

Wo arbeiten sie?

Ich bin derzeit noch in Karenz. Tobias wird im Februar 2 Jahre alt. Nebenbei arbeite ich als Trainerin im Schulsportservice und bei dem Projekt "Kinder gesund bewegen" mit ASVÖ. Zudem trainiere ich noch 2 Kinder Leichtathletikgruppen der Union Raika Lienz.

Was ist ihr Beruf und was machen sie genau?

Ich bin Leichtathletiktrainerin und möchte als ehemalige Athletin so viel wie möglich den jungen Athleten weitergeben. Aber auch jedem dem Spass am Sport und der Bewegung vermitteln und dass es egal ist welches Handicap man auch hat – dass man alles schaffen kann.

War es schwierig dorthin zu kommen?

Ja schon. Ich kämpfe derzeit um eine Stelle in der Schule zu bekommen. Die österreichische Gesetzeslage erlaubt er mir derzeit nicht als Doktorin in Kindergärten oder Grundschulen zu unterrichten da ich eine zu hohe Ausbildung habe und mein 2. Lehrfach Leichtathletiktrainerin in Österreich nicht als Lehramt anerkannt wird.

Was würden sie als Meilensteine in ihrem Leben sehen (privat oder beruflich), was waren die wichtigsten Momente in ihrem Leben?

Meine 100 m Silbermedaille bei den Paralympics 2000 in Sydney. Meine erste Olympische Medaille.

Warum sind Sie nach Österreich gekommen?

Ich lernte in bei meinen 3. Paralympics in Athen 2004 einen unterschenkelamputierten Sprinter aus Österreich kennen. Seit 2005 sind wir verheiratet und haben 2 Kinder! Wir wollen Kinder zusammen großziehen.

Gab es Hürden und wie haben sie diese überwunden?

Nach dem tödlichen Autounfall meiner Mutter (ich war damals 12 Jahre alt) stand ich mehr oder weniger auf eigenen Beinen. Ich ging auf die Universität und schaffte es ohne Unterstützung mich alleine bis zum Magister durchzukämpfen. Finanzierte das alles mit den Sportstipendien die ich als Sportlerin aufgrund meiner Erfolge bekam. Meine erste Olympiamedaille bei den Paralympics in Sydney war dann der Punkt wo ich wusste. Man kann alles schaffen. Egal wie viele Steine einem im Weg liegen…

Was würden sie als ihren persönlichen Erfolg bezeichnen?

Wenn ich endlich in Österreich auch als Sportlehrerin in der Schule unterrichten darf. Für das habe ich ja auch 10 Jahre lang eine Ausbildung gemacht (Magister und Doktorstudium)

Wollen Sie zum Thema Integration etwas sagen?

Ich persönlich wurde sehr gut integriert. Das wurde mir auch viel leichter gemacht da ich hier geheiratet habe. Aufgrund meiner Behinderung habe ich vielleicht ein bisschen einen besseren Draht zu Kindern oder Leuten mit Problemen. Denn wenn sie mich sehen und kennen lernen bekommen sie öfter mal das Gefühl dass man alles schaffen kann…Ich habe auch öfter mal Kinder mit einer Behinderung in meinen Trainingsgruppen und es freut mich sehr die integrieren zu können.

Gibt es einen bestimmten Ort in Österreich, den Sie besonders lieben?

Den Wohnort in Lienz. Eingekreist von Bergen. Alles zu Fuß erledigen zu können. Wenig Kriminalität. Keine Straßenbahn. Keine U-Bahn. Dennoch kann man alles machen! Und falls man doch mal weg möchte - zum Meer nach Lignano sind es nur 2,5 Stunden…

Ihr Motto?

Nichts ist unmöglich!!